Häufige Fragen zur Agenda-Software

Häufige Fragen zu LOHN – Coronavirus

  1. Wann kann ich Kurzarbeitergeld infolge des Coronavirus beantragen und was ändert sich?
  2. Coronavirus – Melde- und beitragsrechtliche Auswirkungen
  3. Beginnt die Ermittlung des Bezugsmonats zur Berechnung der erhöhten Leistungssätze bei Arbeitnehmern von vorne, wenn der Bezug von Kurzarbeit 3 Monate oder länger unterbrochen ist?
  4. Ist die Abrechnung der stufenweisen Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 70/77 % bzw. 80/87 % in Agenda LOHN möglich?
  5. Warum wird bei einem Arbeitnehmer nicht der erhöhte Leistungssatz für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes zu Grunde gelegt, obwohl er sich im 4. Bezugsmonat oder höher befindet?
  6. Kann ich die Entschädigungszahlung aufgrund Kinderbetreuung nach § 56 Abs. 1a IfSG in Agenda LOHN bereits abrechnen?
  7. Wie rechne ich die Steuerfreistellung des Arbeitgeber-Zuschusses zum Kurzarbeitergeld in Agenda LOHN ab?
  8. Wie wird das Soll- und Istentgelt im Falle einer Entgeltumwandlung z. B. bei Direktversicherung während Kug berechnet?
  9. Wie aktiviere ich Kug in LOHN?
  10. Mit welchem Wert erfasse ich das Gehalt für Kug in den Personaldaten im Register »Sonstiges«?
  11. Warum steht das ermittelte Kurzarbeitergeld nicht auf der Abrechnung der Brutto-Netto-Bezüge?
  12. Das Entgelt eines Arbeitnehmers fällt durch Kug in den Übergangsbereich. Muss ich in den Personaldaten Angaben zum Übergangsbereich machen?
  13. Wie rechne ich steuer- und sozialversicherungsfreie Beihilfen und Unterstützungen aufgrund der Corona-Krise ab?
  14. Mein Mandant hat noch keine Stamm-Nr. für Kug bei der Agentur für Arbeit. Wie gehe ich vor?
  15. Bei welcher Dienststelle der Arbeitsagentur reiche ich meine Kug-Formulare ein, wenn ich mehrere Betriebsstätten in unterschiedlichen Agenturbezirken habe?
  16. Kann ich Kug auch ohne die Stamm-Nr. Kug abrechnen?
  17. Wie versende ich den Kug-Antrag?
  18. Wie kürze ich den Schätzlauf bei Kurzarbeit infolge des Coronavirus?
  1. Wann kann ich Kurzarbeitergeld infolge des Coronavirus beantragen und was ändert sich?

    Mit dem »Gesetz zur befristet krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für Kurzarbeit« haben Bundestag und Bundesrat Sonderregeln zum erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld und Saison- Kurzarbeitergeld beschlossen. Das Gesetz gilt ab der Abrechnungsperiode März 2020 bis zur Abrechnungsperiode Dezember 2020, verlängerbar bis einschließlich Abrechnungsperiode Dezember 2021.

    Die wichtigsten Änderungen daraus sind:

    • Anspruch auf Kug/S-Kug besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
    • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
    • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf Kug.
    • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

    Diese und weitere Informationen finden Sie auch im Merkblatt »Kurzarbeitergeld (KUG): Corona Virus«.

    Die volle Erstattung der SV-Beiträge gilt für alle Arbeitgeber, die Kurzarbeit ab der Lohnperiode März 2020 bei der Bundesagentur für Arbeit anzeigen.

    Darüber hinaus werden die SV-Beiträge ab März 2020 auch denjenigen Arbeitgebern erstattet, die die Anzeige zur Kurzarbeit bereits mit einem Beginn in Perioden vor März 2020 bei der Agentur für Arbeit eingereicht haben. Einer erneuten Anzeige bedarf es dazu nicht.

    Auch die Erstattung der SV-Beiträge für das Saison-Kurzarbeitergeld wird ab der Lohnperiode März 2020 auf das pauschalierte Verfahren umgestellt. In die SV-Erstattung sind für März 2020 (und Dezember 2020) auch die Angestellten im Bauhauptgewerbe eingeschlossen.

    Wichtige Hinweise

    • An der Berechnung von ausgezahltem Kurzarbeitergeld und der Berechnung des Fiktiv-Entgelts und der darauf entfallenden SV-Beiträge hat sich nichts geändert. Neu ist nur, dass die Beiträge auf das Fiktiv-Entgelt pauschal mit 37,6 % erstattet werden.
    • Die Anzeige über den Arbeitsausfall reichen Sie bei der Agentur für Arbeit ein. Daraufhin wird diese Ihnen eine Stammnummer Kug erteilen.

    Weitere Informationen im Info 1610 »Kurzarbeitergeld und Saison-Kurzarbeitergeld in Agenda LOHN«.

  2. Coronavirus – Melde- und beitragsrechtliche Auswirkungen

    Fallen Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Pandemie aus, sind folgende Fälle zu unterscheiden:

    1. Arbeitnehmer bleibt aufgrund vorsorglicher Anordnung des Arbeitgebers zu Hause.
    2. Arbeitnehmer hat sich mit Corona infiziert und ist krankgeschrieben.
    3. Arbeitnehmer befindet sich in behördlich angeordneter Quarantäne.
    4. Arbeitnehmer befindet sich in behördlich angeordnetem Tätigkeitsverbot.
    5. Arbeitnehmer bleibt zur Kinderbetreuung zu Hause.

    Bitte beachten Sie die von uns empfohlene Vorgehensweise:

    1. Arbeitnehmer bleibt aufgrund vorsorglicher Anordnung des Arbeitgebers zu Hause – ohne Homeoffice (nicht behördliche Quarantäne)
    Entgeltanspruch des Arbeitnehmers besteht gem. § 615 S. 1 BGB. Es besteht keinerlei Erstattungsanspruch für den Arbeitgeber (weder gegen die Krankenkasse noch gem. § 56 Infektionsschutzgesetz).

    2. Arbeitnehmer hat sich mit Corona infiziert und ist krankgeschrieben
    In den ersten 6 Wochen hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung.

    Sie erfassen im Kalender den Kalenderschlüssel 1 »Krankheit mit Lohnfortzahlung«.

    Ab dem Beginn der 7. Woche (43 Tag) erhält der Arbeitnehmer Krankengeld. Erfassen Sie im Kalender den entsprechenden Kalenderschlüssel:

    • Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer:
      2 »Krankheit/Kur nach Ende der Lohnfortzahlung mit Krankengeld«
    • Privat versicherte Arbeitnehmer (in Abhängigkeit, ob Anspruch auf Krankentagegeld besteht):
      3 »Krankheit/Kur nach Ende der Lohnfortzahlung mit Krankentagegeld bei priv. KV«
      4 »Ende LFZ bei privater KV OHNE Krankentagegeld«

    Wenn von der örtlichen Gesundheitsbehörde weder Tätigkeitsverbot noch Quarantäne angeordnet wurde, wird die Lohnfortzahlung von der Krankenkasse erstattet, soweit Sie am U1-Verfahren teilnehmen.
    Bei behördlich angeordneter Quarantäne oder Tätigkeitsverbot beachten Sie die Punkte 3 und 4.

    3. Arbeitnehmer befindet sich in behördlich angeordneter Quarantäne

    • Das fortgezahlte Entgelt ist steuerfrei (Progressionsvorbehalt). Der Ausweis erfolgt in der Lohnsteuer-Bescheinigung in Zeile 15.
    • Es besteht SV-Pflicht. Die Bemessungsgrundlage zur SV beträgt 100 % des ausgefallenen Bruttoentgelts. Die SV-Beiträge übernimmt zu 100 % der Arbeitgeber.
    • Ausgezahlt wird 100 % des üblichen Nettogehalts, das auf den Ausfallzeitraum entfällt.
    • In der Regel besteht ein Erstattungsanspruch gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz.

    Wichtige  Hinweise

    • Über die Erstattung informiert Sie das zuständige Gesundheitsamt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dazu keine Auskünfte erteilen können.
    • Entgeltanspruch des Arbeitnehmers besteht in diesem Zeitraum gem. § 616 BGB: Bitte in jedem Fall prüfen, da ein vertraglicher Ausschluss möglich ist!

    Siehe Info für Anwender Nr. 1744 »Ausfallentschädigung nach § 56 (1) Satz 2 IfSG - Quarantäne«

    4. Arbeitnehmer befindet sich in behördlich angeordnetem Tätigkeitsverbot

    • Das fortgezahlte Entgelt ist steuerfrei (Progressionsvorbehalt). Der Ausweis erfolgt in der Lohnsteuer-Bescheinigung in Zeile 15.
    • Es besteht SV-Pflicht. Die Bemessungsgrundlage zur SV beträgt 100 % des ausgefallenen Bruttoentgelts. Die SV-Beiträge übernimmt zu 100 % der Arbeitgeber.
    • Ausgezahlt wird 100 % des üblichen Nettogehalts, das auf den Ausfallzeitraum entfällt.
    • In der Regel besteht ein Erstattungsanspruch gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz.

    Wichtige  Hinweise

    • Über die Erstattung informiert Sie das zuständige Gesundheitsamt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dazu keine Auskünfte erteilen können.
    • Entgeltanspruch des Arbeitnehmers besteht in diesem Zeitraum gem. § 616 BGB. Bitte in jedem Fall prüfen, da ein vertraglicher Ausschluss möglich ist!

    Siehe Info für Anwender Nr. 1745 »Ausfallentschädigung nach § 56 (1) Satz 1 IfSG -Tätigkeitsverbot«

    5. Arbeitnehmer bleibt zur Kinderbetreuung zu Hause

    • Das fortgezahlte Entgelt ist steuerfrei (Progressionsvorbehalt). Der Ausweis erfolgt in der Lohnsteuer-Bescheinigung in Zeile 15.
    • Es besteht SV-Pflicht. Die Bemessungsgrundlage zur SV beträgt 80 % des ausgefallenen Bruttoentgelts. Die SV-Beiträge übernimmt zu 100 % der Arbeitgeber.
    • Ausgezahlt wird 67 % des üblichen Nettogehalts, das auf den Ausfallzeitraum entfällt.
    • In der Regel besteht ein Erstattungsanspruch gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz.

    Wichtige  Hinweise

    • Diese Vorgehensweise ist nur auf Zeiträume anzuwenden, in denen bei schulpflichtigen Kindern keine Ferien sind und keine Möglichkeit besteht, dass der Arbeitnehmer seine Tätigkeit z. B. im Homeoffice weiterführt. In den Ferien muss der Arbeitnehmer entweder Überstunden abbauen, bezahlten oder unbezahlten Urlaub nehmen.
    • Derzeit ist es so geregelt, dass jedes Bundesland selbst bestimmt, welche Behörde die Erstattung übernimmt.

    Siehe Info für Anwender Nr. 1746 »Ausfallentschädigung nach § 56 (1a) IfSG - Kinderbetreuung«.

  3. Beginnt die Ermittlung des Bezugsmonats zur Berechnung der erhöhten Leistungssätze bei Arbeitnehmern von vorne, wenn der Bezug von Kurzarbeit 3 Monate oder länger unterbrochen ist?

    Nein.

    Für die Anzahl der Bezugsmonate werden alle Monate ab März 2020 herangezogen. Eine Unterbrechung der Kurzarbeit von einzelnen oder mehreren Monaten spielt keine Rolle.

    Hinweis
    Beachten Sie hierzu auch die häufigen Fragen auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit.

    Originaltext:
    »Wieviel Geld erhalten meine Arbeitnehmer?

    Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent des während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettoentgelts.
    Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens ein Kind haben, bekommen 67 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts.

    Erhöhung bis zum 31. Dezember 2020:

    Das Kurzarbeitergeld erhöht sich ab dem vierten Bezugsmonat auf 70 Prozent (Beschäftigte mit mindestens einem Kind: 77 Prozent). Ab dem 7. Bezugsmonat erhöht es sich nochmals auf 80 Prozent (Beschäftigte mit mindestens einem Kind: 87 Prozent).

    Die Bezugsmonate müssen dabei nicht zusammenhängen. Das bedeutet: Unterbrechungen der Kurzarbeit (auch über 3 Monate) lösen keinen Neubeginn der individuellen Bezugsdauer aus. Als Bezugsmonat zählt auch ein Bezug von Saison-Kurzarbeitergeld. Sofern in einem Monat lediglich Krankengeld in Höhe von Kurzarbeitergeld gezahlt wird, wird dieser Monat dagegen nicht berücksichtigt.

    Voraussetzung für diese Erhöhung des Kurzarbeitergeldes: Im jeweiligen Kalendermonat lag ein Arbeitsausfall mit Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent vor.

    Sofern in einem Monat Krankengeld in Höhe von Kurzarbeitergeld und Kurzarbeitergeld bezogen wird, wird lediglich das Kurzarbeitergeld beim Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent berücksichtigt«

  4. Ist die Abrechnung der stufenweisen Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 70/77 % bzw. 80/87 % in Agenda LOHN möglich?

    Die automatische Berechnung der stufenweisen Erhöhung in Agenda LOHN ist nach Installation der Programmversion Juni 2020 möglich.

    Mit dem Sozialschutzpaket II hat der Gesetzgeber die Erhöhungen des Kurzarbeitergeldes
    beschlossen. Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ist auf Lohnzahlungszeiträume vom 01.03.2020 bis zum 31.12.2020 befristet.

    Hat sich das Arbeitsentgelt aufgrund von Kurzarbeit im Bezugsmonat um mindestens die Hälfte
    (Nettoentgeltdifferenz) reduziert, erhöht sich das Kurzarbeitergeld wie folgt:

    • ab dem 4. Monat auf 70 % (77 % für Eltern) der Nettoentgeltdifferenz und
    • ab dem 7. Monat auf 80 % (87 % für Eltern) der Nettoentgeltdifferenz

    Der Referenzmonat für die Berechnung der individuellen Dauer des Bezugs von Kurzarbeitergeld ist
    der März 2020. Der erhöhte Leistungssatz kann somit frühestens im Monat Juni 2020 (der früheste
    Monat, in dem 4 Bezugsmonate erreicht sind) erstmalig in Anspruch genommen werden.

    Weitere Informationen
    Info für Anwender Nr. 1610 »Kurzarbeitergeld und Saison-Kurzarbeitergeld in Agenda LOHN«

  5. Warum wird bei einem Arbeitnehmer nicht der erhöhte Leistungssatz für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes zu Grunde gelegt, obwohl er sich im 4. Bezugsmonat oder höher befindet?

    Folgende Voraussetzungen müssen gleichzeitig erfüllt sein:

    1. Der 4. Bezugsmonat (70/77 %) oder der 7. Bezugsmonat (80/87 %) ist erreicht.
      Bei der Ermittlung der Anzahl der Bezugsmonate zählt jeder Monat mit Kug-Bezug unabhängig von der Höhe des Arbeitsausfalls ab dem Referenzmonat März 2020. Es können auch Monate ohne Kug dazwischen liegen.
    2. Das Arbeitsentgelt aufgrund von Kurzarbeit ist im aktuellen Abrechnungsmonat um mindestens die Hälfte (Nettoentgeltdifferenz) reduziert.
      Soll-Entgelt - Ist-Entgelt beträgt mindestens 50 % des Arbeitsentgelts.
      Siehe Kug-Abrechnungsliste (Kug 108) Spalte 4 - 5:

      Die Voraussetzungen sind für jeden Abrechnungszeitraum erneut zu prüfen.
  6. Kann ich die Entschädigungszahlung aufgrund Kinderbetreuung nach § 56 Abs. 1a IfSG in Agenda LOHN bereits abrechnen?

    Die Berechnung ist ab der Programmversion Juni 2020, Artikel-Nr. 972255, möglich.

    Siehe Info für Anwender Nr. 1746 »Ausfallentschädigung nach § 56 (1a) IfSG - Kinderbetreuung«.

  7. Wie rechne ich die Steuerfreistellung des Arbeitgeber-Zuschusses zum Kurzarbeitergeld in Agenda LOHN ab?

    Mit dem »Corona-Steuerhilfegesetz« werden Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld
    steuerfrei gestellt, soweit diese auch SV-frei sind.
    Diese Regelung ist für Lohnzahlungszeiträume vom 01.03.2020 bis zum 31.12.2020 befristet.
    In Agenda LOHN steht Ihnen zur Abrechnung des steuerfreien AG-Zuschusses die Lohnart K502
    »Zuschuss KUG steuerfrei« zur Verfügung.

    Hinweis zur Korrektur abgeschlossener Monate
    Die Regelung zur Steuerfreistellung des Arbeitgeberzuschusses zum Kurzarbeitergeld erfolgt
    rückwirkend ab der Lohnperiode März 2020. Es wird in vielen Fällen eine Korrektur bereits
    abgeschlossener Monate über »Nachberechnung Bezüge« erforderlich sein:
    »Bearbeitung | Nachberechnung Bezüge«.
    Eine detallierte Beschreibung hierzu finden Sie im Info für Anwender Nr. 1610 »Kurzarbeitergeld und Saison-Kurzarbeitergeld in Agenda LOHN«, Kapitel: »Steuerfreistellung Zuschuss Kurzarbeit ab März 2020 bis Dezember 2020«

  8. Wie wird das Soll- und Istentgelt im Falle einer Entgeltumwandlung z. B. bei Direktversicherung während Kug berechnet?

    Die für die Entgeltumwandlung bei Direktzusage und Unterstützungskasse sowie Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung verwendeten Entgeltbestandteile sind bis zu einem Betrag in Höhe von 4 % der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze (West) der Rentenversicherung kein Arbeitsentgelt und somit weder im Soll- noch im Istentgelt zu berücksichtigen.

    Beispiel
    Gehalt                       3.000 €
    Entgeltumwandlung   100 €
    Kug-Ausfall                   50 %

    Sollentgelt = 2.900 €
    Istentgelt   = 1.400 €

  9. Wie aktiviere ich Kug in LOHN?
    1. »Stammdaten | Mandanten-Programmdaten | Register: Bau/Kug/ATZ/Tarife«.
    2. <Kurzarbeit berechnen> aktivieren.
    3. Das Feld »Stamm-Nr. Kug« ist nicht zwingend zu befüllen.
    4. Im Feld »Arbeitsagentur Kug/S-Kug« die zuständige Arbeitsagentur auswählen.
    5. <Speichern>.

    Achtung
    Aktivieren Sie die Kug-Berechnung in LOHN im Abrechnungsmonat des Kug-Beginns.
    Eine nachträgliche Aktivierung für bereits abgeschlossene Abrechnungszeiträume ist nicht möglich.


    Beispiel
    Wenn Sie im Abrechnungsmonat März 2020 Kug abrechnen müssen, aktivieren Sie die Berechnung zwingend im Abrechnungsmonat März 2020.
    Siehe Info für Anwender 1610 Kurzarbeitergeld und Saison-Kurzarbeitergeld in Agenda LOHN

  10. Mit welchem Wert erfasse ich das Gehalt für Kug in den Personaldaten im Register »Sonstiges«?

    Erfassen Sie im Feld »Gehalt Kug« das ungekürzte Monatsgehalt, das der Arbeitnehmer ohne
    Ausfall bekommen und das vom Arbeitgeber wegen Kug nicht weitergewährt werden würde.

  11. Warum steht das ermittelte Kurzarbeitergeld nicht auf der Abrechnung der Brutto-Netto-Bezüge?

    Überprüfen Sie folgende Sachverhalte:

    • Kug muss aktiviert sein:
      »Stammdaten | Mandanten-Programm-Daten | Register: Bau/Kug/ATZ/Tarife«:
      <Kurzarbeit berechnen>.
    • Einstellung in den Lohnarten:
      Lohnart K401 »KUG Std./Kurzarbeitergeld« muss im Feld »LSt-Bescheinigung« mit <KUG Stunden> eingestellt sein: »Stammdaten | Lohnarten | Lohnart öffnen | Register: Steuer/SV«:

    • Bei Gehaltsempfängern muss  in den Personaldaten das Gehalt Kug erfasst sein: »Stammdaten | Personaldaten | Arbeitnehmer öffnen | Register: Sonstiges | Feld: Gehalt Kug«.
  12. Das Entgelt eines Arbeitnehmers fällt durch Kug in den Übergangsbereich. Muss ich in den Personaldaten Angaben zum Übergangsbereich machen?

    Nein!
    Die Regelungen zum Übergangsbereich gelten nicht für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, deren monatliches Arbeitsentgelt regelmäßig mehr als 1.300 Euro beträgt und deren Ist-Entgelt wegen Kurzarbeit im aktuellen Abrechnungsmonat so weit gemindert ist, dass es die Entgeltgrenze von 1.300 Euro nicht mehr überschreitet.

  13. Wie rechne ich steuer- und sozialversicherungsfreie Beihilfen und Unterstützungen aufgrund der Corona-Krise ab?

    In der Corona-Krise können vom 01.03.2020 bis 31.12.2020 Zuschüsse und Sachbezüge bis zu einem Betrag von 1.500 Euro im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gezahlt werden. Voraussetzung ist, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Die Beträge sind gesondert im Lohnkonto aufzuzeichnen.

    Die Agenda-Lohnart 0235 »Beihilfe/Unterst. Corona« steht Ihnen ab Installation der Programmversion Mai 2020 zur Verfügung.

    Wenn Sie die Auszahlung bereits mit einer anderen Lohnart abgerechnet haben, müssen Sie folgende Korrekturen vornehmen:

    1. »Stammdaten | Personaldaten | Arbeitnehmer öffnen | Schaltfläche: Nachberechnung Bezüge«.
    2. Nachberechnungsmonat wählen und die bereits mit einer individuellen Lohnart abgerechnete Sonderzahlung mit Vorzeichen »-« ausbuchen.


       
    3. Weitere Buchung für denselben Nachberechnungsmonat mit der Lohnart 0235 »Beihilfe/Unterst. Corona« erfassen.

  14. Mein Mandant hat noch keine Stamm-Nr. für Kug bei der Agentur für Arbeit. Wie gehe ich vor?

    Die Agentur für Arbeit teilt Ihnen eine Stamm-Nr. für Kug zu, nachdem Sie den Arbeitsausfall angezeigt haben.

    Füllen Sie das Formular »Anzeige über Arbeitsausfall« aus und übersenden Sie es per Post an die zuständige Agentur für Arbeit.

  15. Bei welcher Dienststelle der Arbeitsagentur reiche ich meine Kug-Formulare ein, wenn ich mehrere Betriebsstätten in unterschiedlichen Agenturbezirken habe?

    Reichen Sie die Formulare bei der Agentur für Arbeit ein, die für die Hauptbetriebsstätte zuständig ist.
    Die zuständige Agentur für Arbeit muss in den Mandanten-Programmdaten hinterlegt werden: »Stammdaten | Mandanten-Programmdaten | Register: Bau/Kug/ATZ/Tarife«.

  16. Kann ich Kug auch ohne die Stamm-Nr. Kug abrechnen?

    Ja. Sie können die voraussichtliche Beitragsschuld ermitteln und die Monatsabrechnung ohne Kug-Nr. durchführen. Der Antrag sollte aber nur mit der Stamm-Nr. an die Agentur für Arbeit versendet werden. Tragen Sie diese gegebenenfalls manuell nach.

  17. Wie versende ich den Kug-Antrag?

    Der Kug-Antrag muss vom Betriebsinhaber unterschrieben werden und per Postweg oder Fax an
    die Agentur für Arbeit gesendet werden. Alternativ können Antrag und Listen im Online-Portal der
    Agentur für Arbeit nach erfolgter Registrierung hochgeladen werden.

  18. Wie kürze ich den Schätzlauf bei Kurzarbeit infolge des Coronavirus?

    Es ist nicht zu empfehlen, die Lohnbuchungen um die Ausfallzeit bei Kug zu kürzen, da auf das Kug-Fiktiventgelt ebenfalls SV-Beiträge fällig werden. Die Beitragsschätzung würde unter Umständen zu niedrig ausfallen.

    Empfehlung
    Erfassen Sie im Falle von Kug infolge des Coronavirus bei den betreffenden Mandanten die Angaben zur Kurzarbeit:

    1. »Stammdaten | Mandanten-Programmdaten | Register: Bau/Kug/ATZ/Tarife«: Kug aktivieren.
    2. »Stammdaten | Personaldaten | Arbeitnehmer öffnen | Register: Sonstiges und Register: Kalender«: Angaben zu Kug und Kalenderschlüssel erfassen.
    3. Ermitteln Sie im Anschluss die voraussichtliche Beitragsschuld.

    Info für Anwender Nr. 1610 Kurzarbeitergeld und Saison-Kurzarbeitergeld in Agenda LOHN
    Info für Anwender Nr. 1625 Ermittlung der voraussichtlichen Beitragsschuld

Hier finden Sie Antworten auf weitere häufige Fragen:

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