Häufige Fragen zur Agenda-Software

ESt - Berechnung

  1. Wann wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende lt. § 24b EStG gekürzt bzw. gezwölftelt?
  2. Der festgeschriebene steuerfreie Rentenbetrag wird nicht korrekt in der Berechnung berücksichtigt.
  3. Warum wird die Zusatzversicherung zur Krankenversicherung in der Berechnung nicht berücksichtigt?
  4. Weshalb wird der erfasste Arbeitgeberzuschuss zur privaten KV/PV in der Berechnung nicht berücksichtigt?
  5. In der Berechnung wird lediglich ein Teil des Arbeitgeberzuschusses zur KV/PV berücksichtigt.
  6. Warum werden bei der Ermittlung der Versorgungsbezüge zu hohe Werbungskosten berechnet?
  7. Warum werden in der Berechnung die Progressionseinkünfte nicht in voller Höhe berücksichtigt?
  1. Wann wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende lt. § 24b EStG gekürzt bzw. gezwölftelt?

    Beispiel 1
    Zum Haushalt des alleinstehenden Steuerpflichtigen gehört ganzjährig ein Kind, für das er Kindergeld erhalten hat.

    -> Entlastungsbetrag: 1.908 Euro.

    Beispiel 2
    Zum Haushalt des alleinstehenden Steuerpflichtigen gehört von Januar bis Juni ein Kind, für das er Kindergeld erhalten hat.

    -> Entlastungsbetrag: 954 Euro. (1.908 / 12 * 6)

    Beispiel 3
    Zum Haushalt des allein stehenden Steuerpflichtigen gehören ganzjährig zwei Kinder, für die er Kindergeld erhalten hat.

    -> Entlastungsbetrag: 2.148 Euro. (1.908+240)

    Beispiel 4
    Zum Haushalt des allein stehenden Steuerpflichtigen gehören zwei Kinder, für die er Kindergeld erhalten hat. Kind 1 wird bis 30.06.,  Kind 2 bis 31.12. berücksichtigt.

    -> Entlastungsbetrag: 2.148 Euro. (1.908+240)

    Begründung
    Eine Kürzung des Entlastungsbetrags erfolgt nur, wenn nicht im kompletten Kalenderjahr mindestens (!) ein Kind zum Haushalt des allein stehenden Steuerpflichtigen gehört, für das er Anspruch auf Auszahlung von Kindergeld hat. (§ 24 b EStG Absatz 1 EStG)

    Im Beispiel 4 gehört das komplette Kalenderjahr mindestens ein Kind zum Haushalt des Steuerpflichtigen. Sind auch die weiteren Voraussetzungen des Absatz 1 erfüllt, kommt die Kürzungsvorschrift nach § 24 b Absatz 4 EStG nicht zur Anwendung.

    Hinweis
    Die Kürzung (Zwölftelung) betrifft den »gesamten« Entlastungsbetrag (1.908/2.145/2.388 usw.).

  2. Der festgeschriebene steuerfreie Rentenbetrag wird nicht korrekt in der Berechnung berücksichtigt.

    Um den steuerfreien Rentenbetrag berücksichtigen zu können, muss in der Anlage R Zeile 6 der Rentenanpassungsbetrag erfasst werden. Bei diesem Anpassungsbetrag handelt es sich um die Differenz zwischen dem zur Berechnung des steuerfreien Anteils festgeschriebenen Rentenbetrags und dem Rentenbetrag des aktuellen Veranlagungszeitraums.

    Wenn die Rente über die Komfort-Erfassung-Rentenbescheid erfasst wird, kann der Rentenanpassungsbetrag automatisch ermittelt werden. Hierzu müssen lediglich die Angaben zum maßgebenden Jahr und der Rentenbetrag der Festschreibung erfasst werden.

    Voraussetzung
    Das maßgebende Jahr der Festschreibung wurde mit Agenda ESt erstellt.

  3. Warum wird die Zusatzversicherung zur Krankenversicherung in der Berechnung nicht berücksichtigt?

    Für eine korrekte Berechnung erfassen Sie die Zusatzversicherung in der Anlage Vorsorgeaufwand wie folgt:

       Bis VZ 2014    VZ 2015    Ab VZ 2016

     - privat Versicherte
       Seite 2 Zeile 35

     - privat Versicherte
       Seite 1 Zeile 27
     - privat Versicherte
       Seite 1 Zeile 28
     - freiwillig oder
       gesetzlich Vers.
       Seite 1 Zeile 30
     - freiwillig oder
       gesetzlich Vers.
       Seite 1 Zeile 22
     - freiwillig oder 
       gesetzlich Vers.
       Seite 1 Zeile 23

     

  4. Weshalb wird der erfasste Arbeitgeberzuschuss zur privaten KV/PV in der Berechnung nicht berücksichtigt?

    In der Anlage Vorsorgeaufwand Seite 2 müssen in der Zeile 31 und 32 der gesamte KV/PV-Beitrag erfasst werden. Möglicherweise ist lediglich der Arbeitnehmer-Anteil erfasst worden.

  5. In der Berechnung wird lediglich ein Teil des Arbeitgeberzuschusses zur KV/PV berücksichtigt.

    Erhält ein Steuerpflichtiger von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss zur Kranken-/Pflegeversicherung (Nr. 24 der Lohnsteuer-Bescheinigung) so müssen die dem Zuschuss zugrundeliegenden KV-/PV-Beiträge bei diesem Steuerpflichtigen erfasst werden.

    Beispiel

    Der Ehemann ist privat versichert. Mitversichert sind seine Ehefrau und das gemeinsame Kind, für das kein Anspruch auf Kinderfreibetrag besteht. Der Basis-Beitrag des Ehemanns beträgt in 2017 3.600 Euro; der steuerfreie Arbeitgeberzuschuss beläuft sich auf 3.558 Euro.

    Lösung

    Erfassen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand folgende Werte:

    Zeile 24 Beiträge zu Krankenversicherungen 3.192 Euro
    Zeile 25 Beiträge zu Pflege-Versicherungen 439 Euro
    Zeile 38 Steuerfreie AG-Zuschüsse KV/PV 3.558 Euro

    Hinweis: Der Arbeitgeber bezuschusst den Basis-Beitrag des Ehemanns (inklusive der mitversicherten Personen). Die KV/PV-Beiträge müssen daher in voller Höhe beim Ehemann (Beitragszahler) erfasst werden. Eine Aufteilung der KV/PV-Beiträge auf Ehemann, Ehefrau und Kind (bzw. eine andere Person) darf in diesem Fall nicht erfolgen. Hintergrund: Der steuerfreie Arbeitgeberzuschuss wird immer von den bei der jeweiligen Person erfassten KV-/PV-Beiträgen abgezogen.

  6. Warum werden bei der Ermittlung der Versorgungsbezüge zu hohe Werbungskosten berechnet?

    Ab dem VZ 2015 sind die Werbungskosten zu Versorgungsbezügen auf Seite 4 der Anlage N zu erfassen.
    Wurden diese Werbungskosten auf den Seite 2/3 erfasst, erfolgt zusätzlich die Berücksichtigung des Pauschbetrags von 102 Euro (Anlage N Seite 4).

    Lösung: Falsch erfasste Werte in Seite 2/3 löschen und auf Seite 4 korrekt erfassen.

  7. Warum werden in der Berechnung die Progressionseinkünfte nicht in voller Höhe berücksichtigt?

    Lt. § 32b (2) EStG wird der Werbungskosten-Pauschbetrag bei der Ermittlung der Progressionseinkünfte berücksichtigt, soweit dieser nicht bei der Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit abziehbar ist.

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